Kaufberatung für das Mountainbike

1.0  Welches Mountainbike brauchen Sie ?

Sie wollen sich ein neues Bike kaufen!
Bevor Sie den Gang zum Fachhändler antreten, sollten Sie sich darüber im klaren sein, welcher
Fahrer-Typ Sie sind:
 
a)  Touren-Biker/All-Mountainbiker    b) Enduro-Biker   c) Freerider-Biker   d) Race-Biker
zu a)  Der Touren-Biker/All-Mountainbiker liebt eine schnelle Feierabendrunde oder eine längere Tour am
Wochenende. Er fährt in der Regel nur Schotterwege und befestigte Forststraßen und selten Trials.
Der Touren-Fahrer sollte Wert legen auf eine komfortable Sitzposition.
zu b)  Der Enduro-Biker liebt schwierige und verblockte Trials und sucht eine technische Herausforderung. 
Auch der Enduro-Biker fährt Touren, es geht im aber weniger um Höhenmeter und Kilometer sondern mehr um Spaß. Die Sitzposition ist wie beim Touren-Bike komfortabel.
zu c)  Der Freerider-Biker liebt schwierige Sprünge und kennt nur eine Richtung bergab. Hier sind keine langen Touren angesagt sondern nur Trials und schwierige Abfahrten.
zu d)  Der Race-Biker kennt nur eines VOLLGAS. Er sucht meist die Herausforderung für viele Höhenmeter und den Wettkampf mit gleichgesinnten Bikern.

1.1  Bikes für Frauen

Für Damen gibt es Lady-Bikes die haben ein kürzeres Oberrohr und eine aufrechtere Sitzhaltung.
Die Räder haben auch andere Kurbellängen (165/170/175) und einen anderen Sattel.
Frauen ab eine Körpergröße von 1,70 m können auch kleinere Normal-Bikes (Männer) fahren.
Lady-Bikes werden zum Beispiel von folgenden Herstellern angeboten: Giant, Scott, Trek, Cannondale, Cube, Stevens, Specialied, Bulls und Gary Fisher.

2.0  MTB -Typen

2.1  Hardtail
Das Hardtail-MTB ist ein Klassiker. Sie gibt es in jeder Form, ob für Bild-MTB
Race oder Tour. Der Einsteiger freut über den Einstiegspreis von etwa 
600,- € und das geringe Gewicht. Federgabel und Komponenten werden
mit steigendem Preis haltbarer. Scheibenbremsen sollte das Rad auch haben.
Vorteile dieses Bike-Typs sind:
Pflege-leicht und Instandhaltungs-Kosten geringer im Vergleich zu Fullys.
2.2  Marathon -Race-Fully
Sie möchten ein Race-Bike. Ausdauer und Speed ist Ihr Ziel.
Mit schwierigen Abfahrten haben Sie nichts am Hut.
Sie lieben es steil bergauf. Das leichte Race-Fully ist dann genau richtig.
Mit guten Komponenten und einer gestreckten Geometrie?
Die gestreckte Sitzposition ist für Anfänger nicht geeignet.
Wichtig bei diesem Radtyp: Luftfederelemente und leichter Rahmen und
Laufräder, Federweg 80 bis 110 mm, Reifenbreite 2,1-2,25 " und Scheibenbremse
mit Scheiben (V) 180 u. (H) 160 mm. Preis ab 1700,- €
2.3 Touren-Fully oder All-Mountainbikes Bild-MTB
Namen gibt es inzwischen viele für diesen Fully-Typ. Mit Federwegen zwischen
140 - 150 mm genau in die Lücke zwischen Cross-Country-Racer und Enduros.
Mit der komfortablen Geometrie lassen sich entspannt viele Kilometer fahren.
Der Einsatzbereich ist die Tour. Wichtig bei diesem Radtyp:
luftfederelemente und solider Rahmen und Laufräder, Reifenbreite 2,25 -2,4 "
und Scheibenbremsen mit Scheiben (V) 180 u. (H) 160 mm . Gewicht ca. 12 bis 13,5 kg.
Für den Einsteiger ist dieser Fully-Typ  geeignet. Preis ab  ca. 1700,- €
2.4  Enduro-Bike .
Das Spaß-Rad für das grobe Gelände.
Dieses Fully klettert noch gut und ist bei Abfahrten in seinem Element.
Der Lenker ist gekröpft und vermittelt Sicherheit bei schwierigen Abfahrten. 
Mit einem Enduro ist der Spaß auf der Tour und beim Trail gegeben.
Ob bergauf oder bergab, mit dem Enduro-Bike schafft man alles.
Auf dem Trail oder auf der Schotterpiste, mit 160 bis 170 mm Federweg ist das
Rad für alles geeignet.
Wichtig bei diesem Rad-Typ: Luftfederelemente, stabiler Rahmen, stabile Bild-MTB
Laufräder mit Reifen 2,4 ", Scheibenbremsen mit Scheiben (V) 203 mm
und (H) 180 mm, Federgabel mit Absenkung. Gewicht ca.  13,5 bis 15,5 kg. 
Preis ca. ab 2000,- €  je nach Ausstattung.
2.5  Freerider-Bike
Lieben Sie die Geschwindigkeit.
Es geht hauptsächlich nur bergab, dann ist ein Freerider-Bike das richtige Rad
für Sie. Bei Sprüngen stehen zwischen 170 - 200 mm Federweg zur Verfügung.
Wichtig bei diesem Radtyp: Luft-Federgabel, Hinterbaudämpfer mit Stahlfeder
oder Luftdämpfer, stabiler Rahmen und stabile Laufräder mit Reifen ab 2,4 ".
Scheibenbremsen mit Scheiben (VORNE) und (HINTEN) 203 mm.
Auch an einem Helm mit Kinnbügel und Protektoren sollte man denken.
An einem Feerider sollte kein Clickpedal sein. Gewicht ca. 16 - 18 Kg .
Lange Touren sollten damit nicht gefahren werden.
Preis ca. ab 2800,- €  Wenn Sie leichtes Gelände fahren wollen, ist das MTB-Hardtail sicherlich in der Regel das richtige Rad.
Sie sollten aber bedenken, dass ein vollgefederts MTB (Fully) mehr Komfort, Fahrsicherheit und Traktion bietet.    
Mann sollte sich aber darüber im klaren sein, dass ein Fully einen höheren Wartungsaufwand  hat.
3.1  Mit welchen  Komponenten sollte Ihr Bike ausgestattet sein !
Mit welchen Komponenten Ihr Rad ausgestattet sein sollte, hängt im wesentlichen auch davon ab, wie
viel km pro Jahr Sie fahren und welche Strecken gefahren werden (viel Schmutz u. Schlamm).
Bis einer km Leistung von ca. 2000 km pro Jahr reicht die Shimano-Gruppe "Deore" oder vergleichbare
Komponenten von Sram 7.0 aus.
Ab ca. 3000 km pro Jahr sollten Sie die Shimano-Gruppe-SLX wählen oder besser noch die XT-Gruppe.
Falls Sie sich für ein Enduro- oder Freerider-Bike entscheiden, sollten dieses Bike mit Sanit-oder die ZEE Komponenten von Shimano ausgestattet sein. Bei einem Fully gehört eine Scheibenbremse zum Standard.
Darauf achten, dass die Gruppen-Komponenten nicht mit minderwertigen Gruppen-Teilen gemischt worden sind.
Welche Schaltung: Bei der Schaltung werden Sie verschiedene Schaltgriffe und Drehgriffschalter vorfinden wie Daumenschalter (Rapidfire-Plus).
Weitere Infos zu Schaltungen und Gruppen finden Sie unter » Shimano  » Sram    
3.2  Laufräder
Bei den Laufrädern darauf achten, dass sie geöst sind, eine stabile Felge haben und das eine gleichmäßige und ausreichende Speichen-Spannung vorhanden ist.
Bei den Laufräder gibt es drei Größen: 26 Zoll, 29 Zoll  und 27,5 Zoll (650B).
Die 29 Zoll und 27,5 Zoll Laufräder sollen  für bessere Laufruhe, Fahrstabilität sorgen und Rollen besser.
Siehe zu diesem Thema  » Test über Laufräder-Reifen.
Fahrer über 85 Kg sollten Felgen fahren mit 36 Loch.  Sollten Sie sich für ein  Enduro- oder Freerider-Bike entscheiden, auf stabile Laufräder achten. Bei Laufräder rate ich davon ab, System-Laufräder zu verwenden, den im Falle einer Panne in entlegenen Gebieten bekommen Sie hierfür in der Regel keine Ersatzteile.
Laufräder die weniger als 28 Speichen haben, halte ich auch nicht viel. Bei einer Acht  (Unrundheit) können diese schlecht nachzentriert werden.
3.3  Hinterbaufederung/Federgabeln

Der Hinterbau-Dämpfer und die Federgabel sollten bei den Touren- und Race-Fullys mit einem Lockauot
ausgerüstet sein. Beim Hardtail  sollte die Federgabel natürlich auch eine Lockauot-Funktion haben.
Gut wäre auch, wenn die Federgabel eine Absenk-Funktion hätte.
Das bringt Vorteile bei extremen Bergauf-Fahrten.
3.4  Rahmen    
Bei Alu-Rahmen auf eine saubere Verarbeitung achten (Schweißnähte/Übergänge).
Bei  den Race-Bikes sind zur Zeit Cabon-Rahmen der Renner.
Rahmen aus Carbon sind leichter und steifer kosten aber auch einiges mehr.
Hier gibt es Tipps für die richtige Rahmenhöhe » Ergonomie
3.5  Scheibenbremsen
Welche Scheibenbremse soll ich nehmen
Hier gibt es eine Kaufberatung für » Scheibenbremsen
3.6  Sitzposition-Sitzhaltung-Rahmenhöhe die beim Kauf wichtig sindDie ergonomische Anpassung Ihres Bikes hängt sowohl von Ihren Körperdaten (Schritthöhe, Oberkörperlänge)
und Sitzposition die Sie haben möchten, aber auch vom jeweiligen Einsatzbereich ab.
Die Anpassung umfasst Rahmen aber auch die Teile wie Lenker, Vorbau, Sattelstütze und Sattel.
Die Abstimmung sollte beim Kauf der Händler vornehmen.
3.7  Oberrohrlänge
:
Diesen Wert misst man von Mitte der Sattelstütze bis Mitte Steuerrohr in der waagerechten.
Dieser Wert entscheidet über die Sitzposition.
3.8  Vorbaulänge:
Ist das Maß zwischen Mitte des Gabelschaftes und Lenkermitte.
Mit einem entsprechenden Vorbau lässt die Sitzposition bei einem langen oder kurzen Oberrohr ausgleichen
(bis ca. 15 mm).
3.9  Lenkerbiegung und Breite:
Diese Faktoren entscheiden über Komfort und Lenkeigenschaften.
Ein gekröpfter Lenker mit einer Erhöhung von 30 – 40 mm bietet eine aufrechte Sitzposition und eine gute
Kontrolle beim Trial (bei Lenkerbreiten 600 – 660 mm). Bei Race-Bikern spielt die Aerodynamik eine wichtige Rolle.
Hier wird fast immer eine Lenkerbreite bis 600 mm gefahren ohne Kröpfung.
4.0  Sattelüberhöhung:
Je größer der Höhenunterschied zwischen Lenker und Sattel ist, um so mehr wird der Oberkörper belastet
(Rücken/Arme) und ist auf Dauer unkomfortabel.
Der Höhenunterschied sollte in der Regel sein: Tourenbikes 2 - 5 cm, Enduro/Freerider 0 – 2 cm,
Racebikes 5 – 8 cm.
4.1  Radstand:
Ist das Maß bis zum Mittelpunkt der beiden Laufräder.
Ein langer Radstand sorgt für einen guten Geradeauslauf hat aber auch den Nachteil, dass das Bike nicht mehr so wendig ist.
Test-Berichte über  Hardtails / Fullys und Komponenten können Sie  bei der Zeitschrift  "Mountain BIKE"  im Heft-Test-Special  nachlesen .